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Coaching/Lebenskunst: Glaub’ nicht alles, was du denkst!

Die meisten Probleme machen uns nicht die Ereignisse, die wir erleben, sondern die Bewertungen, die wir diesen Erfahrungen zuschreiben. Unser Gehirn ist darauf trainiert, alles, was wir erleben in „Schubladen“ zu packen. Ist etwas gut für mich oder schlecht? Ist es gefährlich? Die Entscheidung, mit welcher Bewertung eine Erfahrung in Verbindung gebracht wird, speist sich zum allergrößten Teil aus dem, was wir bisher selbst erlebt haben.

Ich will dies mit einem Beispiel deutlich machen: Der Vater sagt zu seinem Teenager-Sohn: „Ich will mit dir reden, komm mal in mein Büro!“ Je nachdem, wie das Verhältnis zwischen diesen beiden ist, und wie solche Gespräche in der Vergangenheit abgelaufen sind, wird der Sohn freudig ins Wohnzimmer laufen oder bedrückt oder gar ängstlich zum Vater gehen. Die Aussage des Vaters war nur, dass er mit seinem Sohn reden wolle. Wie der Sohn diesen Satz bewertet, wird seine Gefühle und sein Handeln beeinflussen. Es gibt viele Momente, in denen es äußerst hilfreich oder wichtig ist, aufgrund bisheriger Erfahrungen zu bewerten, was in einer Situation zu erwarten ist. Aber diese großartige Fähigkeit unseres menschlichen Gehirns, aufgrund von Vor-Erfahrungen „hochzurechnen“, was zu erwarten ist, hat sich allzu oft selbständig gemacht und schadet uns oft mehr als dass sie uns nutzt.

Dazu ein weiteres Beispiel: Eine junge Frau hatte eine sehr strenge Mutter. Sobald nun ihre Chefin mit ihr reden will, bekommt sie Angst. Ihr Gehirn rechnet aufgrund der Vorerfahrungen mit der Mutter hoch, was von dieser anderen weiblichen Autoritätsfigur zu erwarten ist. Oder: Ein Mann hat in seiner Familie viel Krankheit erlebt. Sobald es ihm nun irgendwo „zwickt“ oder er einen Fernsehbericht über eine seltene Krankheit sieht, bekommt er es mit der Angst zu tun. Sicher, so rechnet ihm sein Gehirn vor, bekommst du was Schlimmes… Er hat „gelernt“, dass man dauernd krank wird, und erwartet ständig, dass es ihn trifft. Ein letztes Beispiel: Ihre Eltern waren unzufrieden mit Ihnen und diese Stimmen „spuken“ auch im Erwachsenen-Alter weiter in ihrem Kopf herum, als wären es Ihre eigenen: „Du bringst es doch sowieso zu nichts!“ „Was hast du schon jemals richtig gemacht“ usw. Das Problem ist, dass Sie diese Sätze so verinnerlicht haben, dass Sie dann gar nicht mehr merken, dass das eigentlich fremde Stimmen sind, die Ihnen Bewertungen über das, was ist, vorschlagen. Diese Gedanken-Vorschläge können Sie annehmen und sich das Leben dadurch komplett vermiesen. Aber ich bitte Sie: Glauben Sie nicht alles, was Sie denken! Viele Gedanken sind Automatismen, sind Gewohnheiten, die Ihnen nicht gut tun! Dann „denkt’s“ mal wieder in Ihnen. Vielleicht beobachten Sie ab und zu einmal, was in Ihrem „Kopfkino“ so „abgeht“ und überlegen sich, ob Sie das tatsächlich glauben wollen, was da erzählt wird. Sie haben Einfluss darauf! Sie sind nicht Sklave Ihrer automatisierten Gedanken! Sie können diese Gedanken meist nicht komplett abschalten. Aber Sie können sie wahrnehmen und entscheiden, ob Sie diese Denk-Vorschläge annehmen oder nicht. Sie könnten sich zum Beispiel sagen: „Mooooment, was ist denn da schon wieder in meinem Kopf los? Will ich das denken? Gibt es keine alternative Überzeugung dazu? Klar, Mama hat immer behauptet, aus mir würde nichts! Aber ich sehe das anders! Ich bin auf einem guten Weg. Ich mache…., ich kann…, ich habe doch ….. geschafft! Und dann fällt Ihnen sicher auch etwas Positives ein, das Sie gegen diese negativen Gedanken setzen können. Das wird Ihnen gut tun.

Hilfreich bei dieser Distanzierung von der Flut der Gedanken, ist auch Meditation, bei der man lernt, zu beobachten, was da in der Gedankenwelt so ganz automatisch kommt, und man übt, diese Gedanken wie die Wolke im Wind weiterziehen zu lassen.

Der Riesen-Teil unseres Denkens ist nicht neu und kreativ, sondern eine dauernde Wiederholung. Sich sorgen ist auch so eine Wiederholung, die meist ohne Ihre bewusste Mitwirkung abläuft. Mischen Sie sich ein in Ihr Gedankenkarussell! Springen Sie auf und geben SIE die Richtung vor!

Vielleicht achten Sie auch einmal darauf, wie Sie mit sich selber reden. Ein Mann erzählte mir einmal im Coaching, dass er sich ständig, und das wörtlich, „zur Sau“ mache, wenn er einen Fehler gemacht hat. „Du Depp!“, „Du bist doch wieder das Letzte!“ „Oooh, Mann, kann man so blöd sein?!“ Solche Sätze tun ihm natürlich nicht gut! Er hat dann wunderbar gelernt, solche Selbstbeschimpfungen zu bemerken und ganz bewusst mit Sätzen zu ersetzen wie: „Oh, da habe ich einen Fehler gemacht. Das ist okay. Ich darf auch Fehler machen; das gehört zum Leben dazu. Ich bin trotzdem okay. Meistens mach ich die Dinge ja sehr gut. Naja, und wer keine Fehler macht, arbeitet nicht!

Also, bitte glauben Sie nicht alles, wenn es mal wieder denkt in Ihnen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Üben, sich von Ihren automatisierten Gedanken zu distanzieren. Babs Mück

  1. Iris Reply

    Liebe Frau Mück, da ist Ihnen wieder ein wunderbarer Text gelungen! Ich erlaube mir, diesen auf meiner facebook-Seite zu teilen. Mit besten Grüßen

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